25/08/2026 0 Kommentare
Burak Özdemir & Musica Sequenza - Panorama 'Monteverdi & Donne d’Amore
Burak Özdemir & Musica Sequenza - Panorama 'Monteverdi & Donne d’Amore

PANORAMA ist ein neues interdisziplinäres Performanceformat, das der Komponist und Musiker Burak Özdemir als einen lebendigen, 360-Grad-Raum der Begegnung konzipiert hat. Musik, Bewegung, Poesie und Improvisation kommen zusammen, ohne die konventionelle Trennung zwischen Bühne und Publikum. Das erste Kapitel eröffnet am 11. Oktober 2026 die neue Saison von Musica Sequenza in der Emmaus-Kirche Berlin-Kreuzberg.
Im Mittelpunkt von „Monteverdi & Donne d’Amore“ stehen die Musik Claudio Monteverdis, sowie Werke vergessener Komponistinnen der italienischen Renaissance und des frühen Barock; Barbara Strozzi, Francesca Caccini und Kassia. Die musikalische Welt von PANORAMA bewegt sich frei durch Jahrhunderte und Kulturen. Byzantinischer Gesang, frühe Mehrstimmigkeit, Barockrepertoire, folkloristische Traditionen und zeitgenössische Komposition können nebeneinander bestehen – nicht als historische Denkmäler, sondern als lebendige Stimmen innerhalb eines fortwährenden menschlichen Dialogs.
Figuren wie Dante und Aşık Veysel werden zu Verbindungspunkten zwischen unterschiedlichen Epochen, geografischen Räumen und Ausdrucksformen. PANORAMA holt diese Stimmen zurück in die Gegenwart. Gemeinsam mit der Sopranistin Laura Barchetti und der Tänzerin und Choreografin Banu Pekol entsteht ein Dialog zwischen historischer Musik, Dantes poetischer Welt und aktuellen gesellschaftlichen Fragen.
Anstatt eine festgelegte Handlung zu präsentieren, erschafft PANORAMA eine temporäre Landschaft, in der Künstler:innen durch Zuhören, Bewegung und gemeinsam verbrachte Zeit miteinander in Beziehung treten. Künstler:innen nehmen unterschiedliche Positionen im Raum ein, umgeben das Publikum und bewegen sich bisweilen durch den Raum. Die Performance entfaltet sich als eine Abfolge musikalischer „Inseln“: Komponierte Werke treten hervor, ziehen sich zurück und überschneiden sich mit geleiteten Improvisationen, sodass in Echtzeit neue Beziehungen und Atmosphären entstehen können.
Die Choreografie von Banu Pekol verbindet persönliche Erfahrung mit diesen historischen Perspektiven. Ausgehend von ihrer Herkunft aus Istanbul setzt sie sich mit der Fragilität von Frauenrechten auseinander und schafft einen körperlichen Raum für Erinnerung, Verletzlichkeit und Widerstand. Der Tanz wird dabei zu einer eigenen Sprache, die gesellschaftliche Erfahrungen sichtbar macht.
PANORAMA ist als offenes Format konzipiert, das unterschiedliche Räume bespielen und Künstler:innen aus verschiedenen Traditionen und Disziplinen zusammenbringen kann. Jede Ausgabe ist einzigartig, doch die grundlegende Intention bleibt dieselbe: zu erforschen, was es bedeutet, hier und jetzt gemeinsam Mensch zu sein.In seiner übergreifenden Konzeption zeichnet PANORAMA eine musikalische Reise von den ältesten erhaltenen musikalischen Traditionen Mesopotamiens über byzantinische Hymnen, anatolische Volksphilosophie und das Barocktheater bis hin zu Beethoven und zeitgenössischer Musik nach. Jede Ausgabe entwickelt dabei ihre eigene spezifische Konstellation, geprägt von den beteiligten Künstler:innen, dem jeweiligen Ort und dem künstlerischen Kontext.
Im Zentrum von PANORAMA steht die Idee der Begegnung: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Sakralem und Profanem, Individuum und Kollektiv. Es gibt kein festgelegtes Bühnenbild und keine einzige Perspektive, aus der das Werk erlebt werden muss. Stattdessen wird das Publikum in einen gemeinsamen räumlichen und musikalischen Erfahrungsraum eingeladen, in dem das Zuhören selbst Teil der Performance wird.
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